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28. November 2008:
Förderkreis organisiert Wilhelm-Busch-Abend mit Wolff-Ulrich Fenske

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Mit freundlicher Genehmigung der Badischen Zeitung vom 6.12.2008

Derb, aber tiefschürfend

WALDKIRCH. Vor 100 Jahren starb der Urheber, sein literarisches Werk lebt fort. Wilhelm Busch, von dem die Rede ist, gelang  es auf unnachahmliche Weise mit seinen Geschichten und Gedichten Kinder und Erwachsene zu beeindrucken und zu erheitern. Von seinen satirischen Spitzfindigkeiten, die teils mit ungehobelten, schroffen Tendenzen einhergehen und gerade deshalb so eindringlich sind, gab Wolff-Ulrich Fenske beim "Wilhelm-Busch-Abend" im Foyer der Kastelbergschule etliche zum Besten.

In die Wege geleitet hatte diese Veranstaltung der Förderkreis der Schule, dem auch der Erlös zugute kam. Zahlreiche Gäste ließen sich das Ereignis nicht entgehen. Mit dem Zitat: "Durch Fehler wird man klug, darum ist einer nicht genug," leitete Barbara Steinhart vom Förderkreis nach der Begrüßung die Lesung des ehemaligen Konrektors der Schule geschickt ein. Fridolin Steiert (Klarinette) und Wolfgang Ochsenhirt (Gitarre) von der Band "Swing Melodie" gaben dem Programm die musikalische Ergänzung.

Wolff-Ulrich Fenske, das sei vorweg gesagt, scheint Wilhelm Busch auf den Leib zugeschnitten zu sein. Die Rezitationen waren köstlich und wurden zuweilen mit Buschs comic- (und auch bos)haften Malereien ausstaffiert. Theatralisch kam Fenske herein und sprach vom "Vogel auf dem Leim". Dem folgten weitere bekannte und weniger bekannte Passagen aus Gedichten und Geschichten, gespickt mit humoristischen Abstechern in den Lebenslauf des großen Schriftstellers: Als erstes Kind von sieben wurde Busch am 15. April 1832 in Wiedensahl bei Hannover geboren. Bis Busch mit seiner Schreiberei Geld verdiente, verging der Recherche Fenskes zufolge erst mal viel Zeit. Unterrichtet wurde er bis 16 privat und lebte viele Jahre bei seinem Onkel. Dann ging er auf Wunsch des Vaters nach Hannover. In der Fachschule sollte Busch den Beruf des Maschinenbauers lernen, was allerdings nichts für ihn war. "Mit 19 hat er den Schlüssel weggeschmissen und ging auf die Kunstakademie nach Düsseldorf." Hier lieg also das theoretische und praktische Fundament; die einzigartige Form hingegen, die Wilhelm Busch seinen künstlerische Werk verpasste, entsprang seiner Originalität. Düsseldorf folgte Antwerpen, "Wilhelm Busch blieb weiter arm". Mit Typhus kam er nach Hause zurück. Auch in München hatte der Autor wenig Erfolg. "Noch elf Jahre musste er warten." Mit "Max und Moritz", dem weltbekannten Kinderbuch, das er auch selbst illustrierte, gelang endlich im April 1865, als die sieben Streiche erstveröffentlicht wurden, der Durchbruch. Einen dieser Streiche, nämlich den vierten, vorenthielt Fenske den Zuhörern nicht, denn so "lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss, und das dies mit Verstand geschah, war der Meister Lemke da". Der kam nur leider kaum zum Lehren, weil die beiden Lausbuben ihre Streiche mit ihm trieben, in diesem Falle sorgte die Tinte für eine Riesensauerei.


Auch "Der Narr", von dem folgende Verse handelten, hatte nicht viel zu lachen. Aber noch grausamer erging es "Hans Huckebein, dem Unglücksraben". Diese drastische Bildergeschichte geht schon sehr unter die Haut, aber das macht Busch aus. Weder "die stille Kunst des Pinsels" noch "ein Politikus, der sich frönt der Rede voll Genuss, wo gerade, wenn man nichts versteht, der Schnabel munter weiter geht", machen ihn an. Unumwunden ist Wilhelm Buschs Botschaft in Bild und Text. Auch in den Tiergeschichten, die Fenske einfließen ließ. Mit deutlichem Wort geht es in feinsinnige Tiefen und so gelingt es Busch glänzend, charakterliche Eigenarten, und zwar von Vier- ebenso wie von Zweibeinern, herauszuarbeiten, und dem Menschen etwas zum Nachdenken, vor allem über sich selbst, auf den Weg zu geben. 
  

Wolff-Ulrich Fenske inszenierte Gedichte und Geschichten von Wilhelm Busch, eingeblendet waren dabei auch Malereien des Schriftstellers, dessen Todestag sich 2008 zum 100. Mal jährte.

| Foto: Karin Heiss

 

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