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28. Januar 2009: Kultusminister Rau besucht Kastelbergschule

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Kultusminister Rau informiert sich an der Kastelbergschule über den Talentstern

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Artikel vom 2.2.2009 (Text: Eberhard Weiß) mit freundlicher Genehmigung der Badischen Zeitung

WALDKIRCH. Um jungen Menschen zu zeigen, wo ihre Talente liegen, ihnen damit auch eine Planungsgrundlage für die weiteren Schritte zur Persönlichkeitsentwicklung und Berufsorientierung an die Hand zu geben, wurde im Rahmen des Projekts "Lernende Region Landkreis Emmendingen" das Instrument "Talentstern" entwickelt.

Dieser "Talentcheck", der sich als Pilotprojekt an alle Haupt- und Sonderschulen des Landkreises Emmendingen wendet, wurde jetzt an der Kastelbergschule Waldkirch präsentiert. Dazu war aus Stuttgart sogar Kultusminister Helmut Rau (CDU) angereist. Ziel ist es, positiv wahrgenommene Handlungsmodelle der Schülerinnen und Schüler zu erfassen, auszuwerten und kommunikativ zu verstärken. Der Talentstern ist als prozessbegleitendes Beobachtungsinstrumentarium gestaltet. Als Situationen können sowohl schulische als auch außerschulische Gruppenarbeiten genutzt werden.

Pilotprojekt für Haupt- und Sonderschulen

Lehrerinnen und Lehrer, die durch eine entsprechende Schulung qualifiziert werden, sind als Leistungsträger und als mögliche Ausbilder und Ausbilderinnen eingebunden. Projektauftraggeber sind die Agentur für Arbeit Freiburg und das Kultusministerium. Für die Projektausführung ist das "Kompetenzcenter" des Jugendhilfezentrums St. Anton (Riegel) in Kooperation mit dem Schulamt Emmendingen verantwortlich. Unterstützt wird das Projekt vom Regierungspräsidium und von Seiten der Wirtschaft durch das Autohaus Ernst & König. Die wissenschaftliche Evaluation liegt in den Händen der PH Freiburg. 

Die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit als Ziel

Das Projekt teilt die Handlungsprozesse: Verantwortungsqualität, Planungsqualität, Strukturqualität, Vernetzungsqualität und Produktqualität. Dies symbolisiert der Talentstern. In der Praxis erteilt die Lehrkraft Aufgaben, mit deren Hilfe sich die fünf Talente beobachten lassen. Diese werden in der Gruppe selbstständig bearbeitet. Die Lehrkraft beobachtet die Schüler an Hand eines strukturierten   Beobachtungsbogens. Nach der Auswertung erhalten alle Schüler zusätzlich zum Zeugnis einen persönlichen Talentstern. Der kann ihnen im Hinblick auf ihre Zukunftsplanung nützlich sein, weil er Stärken und Begabungen aufzeigt und ihre Selbstbewusstsein fördert. Die Lehrer erhalten mit dem Talentstern einen erweiterten Zugang zur Schülerpersönlichkeit sowie einen Beitrag für Elterngespräche. Der Vorteil für die Schule besteht auch in der Schärfung des Profils.

Rektor Thomas Kanstinger stellte bei dieser Veranstaltung die "teilgebundene Ganztagsschule" Kastelbergschule mit ihren Perspektiven und Schwerpunkten in den Rahmen des Talentsterns und entdeckte dabei vielfältige Möglichkeiten.

Lehrerinnen und Lehrer stellten das Pilotprojekt vor. Diskutiert wurde, inwiefern der Talentstern zur Stärkung der Hauptschule beiträgt. Kultusminister Rau ließ keinen Zweifel daran, dass sich das Ministerium zur Kompetenzfeststellung zwar für das "Profil-AC" (Assesment-Center-Verfahren) entschieden habe, ermunterte die Pilotgruppe "Talentstern" aber zum Erfahrungsaustausch und zur "Prüfung der Kompatibilität": Er sehe kein Auseinanderlaufen. Es werde damit "ein sehr interessanter Weg beschritten", der noch stärker als das "Profil-AC" von den Kompetenzen ausgehe, erklärte der Minister . Vielleicht gäbe es die Möglichkeit, einen Mittelweg zu finden.

Waldkirchs Oberbürgermeister Richard Leibinger (SPD) betonte in einer kurzen Ansprache den großen Stellenwert  des Bildungswesens für die Große Kreisstadt. Leibinger bat Rau darum, einen Antrag auf  eine Ganztagsrealschule wohlwollend zu prüfen und wies auf die Bedeutung des Schulstandorts Waldkirch fürs Elztal und den Kreis hin.                       

Autor: Eberhard Weiß

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