Das Projekt HIMIS an der Kastelbergschule

Das Projekt HIMIS an der Kastelbergschule

Wer bin ich? Was bedeutet Heimat für mich und meine Familie? Wie entstehen Vorurteile? Wie können die Kulturen zusammenleben, in welcher Gesellschaft will ich leben? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 an der Kastelbergschule im Schuljahr 2017/18. HIMIS wird vom Erasmus-Plus-Programm der Europäischen Union finanziert.

Was bedeutet "HIMIS"? 

Die Idee des Projekts ist, dass die Schüler sich mit der Geschichte ihrer Region aktiv auseinandersetzen - aus der Perspektive von Zuwanderern und Alteingesessenen. Dabei erleben sie, dass es auf ein und denselben Sachverhalt, Gegenstand oder Ort ganz unterschiedliche Sichtweisen geben kann. Ihre Ergebnisse bereiten sie für die Öffentlichkeit auf. Auf Deutsch heißt das Projekt "Kulturinterpretation zur Inklusion von Schülern mit Migrationshintergrund". Die Abkürzung "HIMIS" leitet sich von der englischen Bezeichnung ab: "Heritage Interpretation for Migrants in School".

Was tun und lernen die Schülerinnen und Schüler genau?

Die genauen Projektinhalte sind auch von den Ideen der Schülergruppe abhängig. Diese Aktivitäten sind möglich:

  • Interviews führen: mit Menschen, die aus anderen Ländern nach Waldkirch eingewandert sind
  • Recherchieren: zur Geschichte des Elztals, besonders zur industriellen Entwicklung und damit verbundenen Migration
  • Ergebnisse aufbereiten: z.B. in Form einer Führung oder eines interaktiven Lehrpfads
  • Präsentieren: Möglichweise im Rahmen der Waldkircher Heimattage im Sommer 2018

Das Projekt berührt verschiedene Fächer und Fachgebiete. Zum Beispiel:

  • Geschichte
  • Gemeinschaftskunde
  • Philosophie
  • Psychologie
  • Medienbildung

Wer kann mitmachen?

Interessierte Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 mit und ohne Migrationsgeschichte. Die Schule stellt den jeweiligen Lerngruppen und einzelnen Schülern in den letzten Wochen des Schuljahres 2016/17 das Projekt vor. Die Teilnahme ist freiwillig.

Wann und wo findet das Projekt statt?

Im Rahmen der Projektzeit am Nachmittag. Das Thema "Migration" wird in diesem Schuljahr aber auch im Unterricht besonders vertieft, zum Beispiel im Epochenunterricht der Geschichts- und Gemeinschaftskundewerkstatt.

Wer ist alles beteiligt? Mit wem haben die Schüler Kontakt? 

Ansprechpartner für die Schüler sind die Lehrer Caroline Paul (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und Martin Koch (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Teil der Projektgruppe sind außerdem Schulleiter Manfred Kasten und Patrik Lehnes vom geografischen Institut der Albert-Ludwigs Universität Freiburg, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Die Projektgruppe hat im Vorfeld rund ein Jahr lang mit Lehrkräften aus Italien, Polen und Griechenland zum Thema Migration zusammengearbeitet. Für die beteiligten Schüler der Kastelbergschule findet aber kein Austausch mit den anderen europäischen Schulen statt.

Die Himis-Projektgruppe an der Kastelbergschule

Warum beteiligt sich die Kastelbergschule am Projekt HIMIS?

Rund 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler an der Kastelbergschule haben einen Migrationshintergrund. Das heißt, ihre Großeltern, Eltern oder sie selbst sind aus anderen Ländern nach Deutschland eingewandert. Manche Familien kamen vor Jahrzehnten als Gastarbeiter. In den letzten Jahren sind aber auch viele Kinder mit Fluchterfahrungen nach Waldkirch gekommen. An der Kastelbergschule gibt es derzeit zwei Vorbereitungsklassen für Kinder mit wenig Deutschkenntnissen. In dieser Zeit und in unserer globalisierten Welt ist es besonders wichtig, dass junge Menschen lernen, sich gegenseitig mit Respekt, Toleranz und Achtung zu begegnen. Die Schule legt dafür einen wichtigen Grundstein. Für eine Gemeinschaftsschule gilt das ganz besonders.

Das Projekt HIMIS ist für uns eine Chance, weil wir hier in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Schulen und mit wissenschaftlicher Begleitung neue Unterrichtsmethoden entwickeln, um jeden Schüler bestmöglich zu fördern und in die Gesellschaft integrieren zu können.

Mehr Informationen zum Projekt: www.himisproject.eu/de

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